Wovor wollte Luka E. (†28) fliehen von einem Erotik Arbeitsplatz in Zürich?

Der Serbe Luka E. (†28) starb beim Sturz aus dem dritten Stock des Zimmers 32 eines Zürcher Bordells im Niederdorf. Sein Umfeld mag nicht an einen Unfall glauben.

Die Parallelen sind bizarr: Innert drei Jahren stürzen im Zürcher Niederdorf zwei Männer in den Tod – aus dem gleichen Fenster. In beiden Fällen ermitteln Polizisten im Bordell, zu dem das Fenster gehört. Und in beiden Fällen kommen sie zum Ergebnis: Dritteinwirkung ausgeschlossen. Die Kollegen von Luka E.* (†28), der am letzten Freitagvormittag noch auf dem Boden vor dem Bordell starb, können das nicht glauben.

Im Freundeskreis des Toten aus dem Kanton Schwyz hat sich die traurige Nachricht schnell verbreitet. Manche kommen an den Ort des Geschehens, legen Blumen nieder oder zünden eine Kerze an. Abdi* kennt den Verstorbenen aus der Hip-Hop-Szene. «Wir haben oft am See gechillt, man kannte sich eben», sagt er.

«Mich erstaunt, dass er im Puff war»

Dass zwei Männer per Zufall aus dem gleichen Fenster fallen, mag der Kollege nicht glauben: «Luka war keiner, der irgendwie durchgeknallt war oder im Rausch dumme Dinge anstellte. Ich hoffe, die Wahrheit kommt noch ans Licht.» Und weiter: «Mich erstaunt auch, dass er im Puff war. Er war eigentlich nicht der Typ dazu.» Als er Blumen am Unglücksort niedergelegt habe, sei er von Sexarbeiterinnen angepöbelt worden, so der junge Mann. «Sie waren ziemlich aggressiv und sagten mir, sie würden die Kerzen und Blumen wegwerfen. So wie sie es schon zuvor mit anderen Blumen getan hatten.» Im betroffenen Betrieb will man sich nicht äussern. Die Stadtpolizei Zürich gibt an, es bestünden keine Hinweise auf eine Dritteinwirkung.

Zürich puff Unfall

Die Familie von Luka E. ist serbisch-orthodoxen Glaubens. Die Beisetzung soll am Sonntag in Serbien stattfinden. Seine Kollegen in der Schweiz planen eine eigene kleine Trauerfeier am Seeufer, wo man sich immer traf.

Zwei Fensterstürze in drei Jahren

Augenzeugen, die den Todessturz des Serben beobachteten, sprachen ebenfalls von einem Unfall. Yawer** (27) war per Zufall vor Ort: «Ein Mann versuchte nach einem Streit, aus dem Fenster zu steigen. Er hatte schon ein Bein draussen und noch eins drinnen. Er versuchte, auf den Balkon nebenan zu gelangen. Da rutschte er aus und fiel rückwärts auf den Kopf.» Speziell: Der Mann habe ein Kissen im Arm gehabt.

Auch Profi-Bodybuilder Sandro Hofer (†32) starb im März 2017 nach einem Sturz aus diesem Fenster. Hofers Witwe vermutete damals, dass er das Bordell aufgesucht hatte, um sich Drogen zu besorgen, nicht wegen der Frauen. In der Bodybuilding-Szene werde ein ­krimineller Hintergrund nicht ausgeschlossen. Viele hätten über Hofer Körperaufbau-Substanzen bezogen, wurde damals berichtet. Aber auch hier wurde eine Dritteinwirkung ausgeschlossen.

* Namen geändert

** Name bekannt